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Bundeswettbewerb Jugend musiziert

Von 21. bis 28. Mai fand in Lübeck der Bundeswettbewerb “Jugend musiziert” statt. 2.400 Jugendliche brachten die Konzertsäle der Hansestadt zum Klingen. Zum ersten Mal gab es auch die Kategorie „Popgesang“. Mit in der Bundes-Jury saßen auch zwei Dozentinnen der Jazz & Rock Schulen Freiburg, Annette Riesterer und Angela Wiedemer. Annette Riesterer beschreibt, wie sie die Arbeit in der Jury erlebt hat.

J&RSF: Annette, wie kam es dazu, dass Du für die Jury ausgewählt worden bist?
Annette: Der Deutsche Musikrat, der den Wettbewerb „Jugend musiziert“ ausrichtet, hat bei den Jazz & Rock Schulen Freiburg angefragt, ob sie nicht jemanden hätten, der gerne in der Jury mitarbeiten würde. Und weil ich schon seit vielen, vielen Jahren die Studenten am International Music College unterrichte und auch bewerte, habe ich die Aufgabe natürlich gerne übernommen.

J&RSF: Wie lief das ab?
Annette: In der Kategorie Popgesang gab es 5 Altersgruppen – ich war in der Jury, die die 15- und 16-Jährigen sowie die 19- bis 21-Jährigen bewertet hat. Die jungen Sängerinnen und Sänger hatten jeweils 15 Minuten Zeit, um ihre Songs zu präsentieren, die älteren 20 Minuten. Sie mussten unter anderem eine Eigenkomposition oder eine freie Improvisation und ein A Cappella-Stück singen. Teilweise wurde mit Playback gesungen, teilweise mit einem Begleiter. Nach jeweils vier Vorträgen hat sich die Jury dann zusammengesetzt und diskutiert. Das ging von 10 Uhr morgens bis ca. 19 Uhr abends.

J&RSF: Was waren Eure Bewertungskriterien?
Annette: Es mussten mindestens drei Songs unterschiedlichen Charakters vorgetragen werden. Dabei wurde auf Interpretation, Stimmtechnik, Intonation, Phrasierung und Rhythmik geachtet. Maximal konnte jeder Teilnehmer 25 Punkte erreichen – und die haben wir auch ein paar Mal vergeben.

J&RSF: Das hört sich nach einem hohen Niveau an…
Annette: Ja, die Leistungen waren sehr beeindruckend! Die Teilnehmer kamen ja aus ganz Deutschland und hatten sich über die Regional- und Landeswettbewerbe qualifiziert. Da war ich teilweise echt „platt“, was das für Talente sind! Sie haben alle sehr solide gesungen, waren selbstbewusst und tough – und es gab auch keinerlei Heulattacken. Die haben eingezählt und dann ging’s los! Ganz, ganz spannende junge Leute, sehr charismatisch – und die Songs gingen teilweise wirklich unter die Haut.

J&RSF: Gab es Songs, die Du in diesen Tagen besonders oft gehört hast?
Annette: Oh ja! Zum Beispiel „Almost Lover“ von A Fine Frenzy oder „Warwick Avenue“ von Duffy. Sehr beliebt auch „Out here on my own“ aus dem Musical Fame, “Hallelujah” von Leonard Cohen oder auch “Like the Way I Do” von Melissa Etheridge.

J&RSF: Gab es Vorgaben zur Stilistik?
Annette: Nein, da war alles dabei – von einer unglaublich guten Jazzsängerin, die “Butterfly” von Aziza Mustafa-Zadeh gesungen hat, bis hin zu Singer/Songwritern. Aber auch die Jury war entsprechend vielseitig besetzt, so dass für jede Stilistik ein Profi dabei war.

J&RSF: Wurde denn nach den Auftritten die Entscheidung der Jury begründet?
Annette: Ja, die Teilnehmer konnten sich zu Einzelberatungen anmelden. Manche sind allein gekommen, andere hatten ihren Gesangslehrer dabei. Das war schon sehr schön, mit diesen jungen Menschen zu arbeiten. Die waren stimmlich schon so reif und in der Beratung hat man dann gemerkt, dass sie innerlich noch so jung sind! Wir haben dann Hilfestellung gegeben, Fragen beantwortet und Tipps für die Zukunft gegeben. Der Umgang war zu jeder Zeit sehr respektvoll. Das war oberste Priorität.

J&RSF: Und? Bist Du nächstes Jahr auch wieder dabei?
Annette: Ich hoffe doch, dass die Kategorie Popgesang fest in den Wettbewerb verankert wird! Ich hatte dieses Jahr natürlich auch viel Kontakt zu den Jury-Kollegen aus dem klassischen Bereich, aber die waren alle sehr vorsichtig uns „Pop-Leuten“ gegenüber. Da stand teilweise schon die Frage im Raum, ob „Popgesang“ in diesem Wettbewerb eine Berechtigung hat. Aber na klar, Popmusik kann man genauso lernen wie klassische Musik – da gibt’s gar nicht so viele Unterschiede! Insofern – ja, ich würde mich freuen, wenn es die Kategorie „Popgesang“ auch im nächsten Jahr wieder geben würde! Ich wäre auf jeden Fall wieder gerne dabei!

Weitere Infos zum Bundeswettbewerb Jugend musiziert

Dozentin Annette Riesterer

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